Beltquerung

Die Grafik veranschaulicht den Umfang der geoelektrischen Messungen für die Beltquerung.

Erst einmal mit leichtem Gerät

Geotechnische Untersuchungen für Beltquerung beginnen - Größere Belastungstests 2009?

Von Heiko Witt

FEHMARN  • Die Dänen gehen voran. Noch schneller als erwartet. Schon ab kommenden Sonntag sollen die ersten geotechnischen Baugrunduntersuchungen auf Fehmarn für die Feste Beltquerung beginnen. Zu Bohrungen und möglicherweise größeren Belastungstests wird es im nächsten Jahr kommen. Die für den Bau verantwortliche Femern Bælt A/S hat für die Voruntersuchungen 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Erst vor kurzem war den Fehmaranern per amtlicher Bekanntmachung eine Duldungsverpflichtung auferlegt worden, was die Vorarbeiten einer Festen Fehmarnbeltquerung betrifft. Hieß es zunächst noch, dass erste Vorarbeiten am 15. Dezember beginnen würden, fällt der Startschuss für die geotechnischen Untersuchungen nun doch schon am 16. November.

• Erste Experten
• kommen mit
• leichtem Gerät


Die im Sommer begonnenen Baugrunduntersuchungen werden nun an Land fortgesetzt. Im Laufe der kommenden Wochen werden zwei bis drei Geotechnik-Experten auf Fehmarn mit relativ leichtem Gerät geoelektrische Messungen vornehmen, geht aus einer Presseinfo der Femern Bælt A/S hervor. Die Ergebnisse werden zusammen mit den bereits durchgeführten seismischen Untersuchungen dazu beitragen, einen Überblick über die Geologie, also die verschiedenen Erdschichten, zu erhalten.
Als Voraussetzung für die Planung der Gründung des Bauwerks benötigen die Ingenieure präzises und detailliertes Wissen über den vorliegenden Baugrund. Dabei werden die geotechnischen Untersuchungen auch wesentlich zur Entscheidungsfindung über die zukünftige Linienführung beitragen.
Die für den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung verantwortliche Femern Bælt A/S hat für die Durchführung der geotechnischen Untersuchungen einen über vier Jahre laufenden Mehrstufenplan ausgearbeitet.

• „Möglichst wenig
• Belastungen“

In der jetzigen ersten Phase gilt es, ein generelles Verständnis der Geologie zu erlangen, um dann die für die weitere Projektentwicklung erforderlichen Details zu ergründen.
Verfahren und Vorgehensweisen der Projektstufen basieren somit auf den Ergebnissen der jeweils vorhergehenden Stufe. Auf diese Weise werde die Beeinträchtigung der Grundbesitzer und Anwohner ebenso gering gehalten wie die Anzahl der später notwendigen Bohrungen, so Femern Bælt A/S.

• Bei Schäden
• gibt es
• Erstattungen

Ausdrücklich betont Femern Bælt A/S, Schadenersatz zu leisten, wenn die Geotechniker bei ihren Fahrten oder Arbeiten etwa Saatschäden verursachen würden. „Die Femern Bælt A/S hat die sechs Grundbesitzer, auf deren Land Messungen durchgeführt werden, in persönlichen Schreiben entsprechend informiert“, so der Pressetext.
Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt weist darauf hin, dass die Stadt keinen Einfluss auf die Arbeiten habe. Die Maßnahmen gingen auf das Fernstraßen- und Eisenbahngesetz zurück.
Auf Lolland werden keine geoelektrischen Messungen vorgenommen. Zum einen sind die Bodenverhältnisse auf Fehmarn komplexer als die von Lolland, und zum anderen wurden auf der dänischen Seite bereits bei früheren Gelegenheiten detailliertere Untersuchungen angestellt.

„Am 16. November beginnen die geoelektrischen Messungen auf Fehmarn“, so heißt es in der Pressemitteilung, die Femern Bælt A/S gestern herausbrachte.

Gemessen werde an der Erdoberfläche anhand von zwei durch eine Leitung verbundene Elektroden. Diese schicken einen schwachen Strom durch die Erde, wobei die Geotechniker durch Messung von Spannungsdifferenzen an bestimmten Punkten zwischen den Elektroden den elektrischen Widerstand verschiedener Erdschichten bestimmen können. Die ermittelten Widerstandswerte lassen Rückschlüsse auf die Art der geologischen Ablagerungen und damit die Beschaffenheit der Erdschichten bis zu einer Tiefe von 120 Metern zu.

Die Messungen werden entlang von jeweils zwei Kilometer langen Linien durchgeführt. Die einzelne Messung könne sich auf einen Abschnitt von 800 Metern beziehen und zwei bis vier Stunden dauern, wonach die Geräte am nächsten Messpunkt der betreffenden Linie aufgestellt werden.
Die Beratungsunternehmen Rambøll Danmark A/S (DK) und Ove Arup & Partners Ltd. (UK) führen die geologischen beziehungsweise geotechnischen Untersuchungen auf der Insel im Auftrag der Femern Bælt A/S durch.
Anhand der ermittelten Messergebnisse werden die Geotechniker fünf bis sechs Punkte auf Fehmarn sowie fünf bis sechs Punkte auf Lolland bestimmen, an denen ab Mai 2009 Probebohrungen vorgenommen werden. Diese werden pro Bohrpunkt etwa eine Woche in Anspruch nehmen.

• Versuchspfähle
• werden in den
• Boden gerammt

Anhand der aus diesen Probebohrungen gewonnenen Erkenntnisse wird die Femern Bælt A/S 2009 ein etwa 2000 Quadratmeter großes Gelände (entspricht etwa zwei bis drei Eigenheimgrundstücken, beruhigt Femern Bælt A/S) für Feldversuche auswählen. Dort werden 20 bis 30 Meter lange Versuchspfähle in den Boden gerammt und mit Messgeräten versehen, die in den kommenden drei bis vier Jahren detaillierte Daten über die Erdschichten liefern werden. „Auch werden möglicherweise Belastungsversuche des Baugrunds mit Betonplatten vorgenommen“, so die dänischen Planer.

Die Feldversuche sollen zeigen, wie der Baugrund von der zukünftigen Verkehrsanlage ausgehende Lasten aufnehmen kann, ohne dass es zu Setzungserscheinungen kommt, und in welchem Ausmaß Pfahlgründungen erforderlich sind. Die Gesamtkosten der geotechnischen Untersuchungen werden mit rund 40 Millionen Euro veranschlagt, so die Dänen.
Nähere Auskünfte erteilt Jens Kammer, Project Manager der Femern Bælt A/S, unter der Telefonnummer z 0 45 33 41 63 09.

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