Großbrand
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- Der ehemalige Sportpark Burgtiefe, der Dienstagabend in voller Ausdehnung brannte, war nicht mehr zu retten. Foto: Nyfeler
Flammen vernichten Sportpark
Ehemaliges „Piratenland“ in Burgtiefe brannte bei Großfeuer am Dienstagabend vollständig nieder
Von Nicole Rochell
und Lars Braesch
BURGTIEFE • Vom Sportpark Burgtiefe ist nichts geblieben. Nur Schutt und Asche. Vollständig brannte am Dienstagabend das einstige „Piratenland“, das in der Saison zuletzt mehrfach als Location für Disco-Events diente, nieder. Meterhoch schossen die Flammen in den Himmel, eine orange Feuerwand. Der Funkenflug war immens. Immer wieder angefacht durch den starken Wind aus Nordwest, der die größte Schwierigkeit bei den mehrstündigen Löscharbeiten darstellte. „Als hätte man Grillkohle und hielte einen Fön daran“, beschrieb Kreisbrandmeister Ralf Thomsen, gestern Abend zum Großbrand nach Fehmarn geeilt, die Situation. Dass es sich um keine Übung handelte, war von weither zu erkennen. Schon ab dem Heiligenhafener Berg hatte Ralf Thomsen das Feuer gesehen.
Die Alarmierung erfolgte um 17.23 Uhr. Im angrenzenden Fitnessstudio war ein Sportler auf den Rauch aufmerksam geworden. Der Mitinhaber des Studios, der sich eine leichte Rauchgasvergiftung zugezogen hatte, hatte die Feuerwehr verständigt. Er selbst hatte sich ambulant vor Ort behandeln lassen, schlug es aber aus, sich ins Krankenhaus bringen zu lassen. Einige Sportler hatten vorsichtshalber noch elf Spinning-Räder ins Freie gebracht.
Doch das Fitnessstudio auf der rechten Gebäudeseite hatte, wenn man in diesem Zusammenhang davon sprechen kann, Glück. So wie das Wohngebäude auf der linken Seite des Sportparks unbeschadet blieb. Was an den großen Brandmauern auf beiden Seiten lag, erklärte Ralf Thomsen. Für die 50 bis 60 Meter lange Halle, die bereits beim Eintreffen der Feuerwehr in voller Ausdehnung brannte, gab es keine Rettung mehr. Auch nicht für die darin gelagerten Gerätschaften des Kurbetrieb-Bauhofs. Ein Unimog und zwei Kleintraktoren wurden ebenso ein Raub der Flammen wie andere Bauhof-Gerätschaften, so Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt auf FT-Nachfrage. Im ehemaligen Sportpark, vor zwei Monaten vom Investor des „Fehmarn Resort Südstrand“ gekauft, um eines Tages Bestandteil der Hotelanlage zu werden, so Schmiedt, war die Stadt seit zwei Jahren Untermieter. Verbrannt sein sollen auch die Arne-Jacobsen-Stühle, die einst im Haus des Gastes als Bestuhlung dienten, nach FT-Informationen sind auch die Gastgeberverzeichnisse in Flammen aufgegangen. Bürgermeister Schmiedt befürchtet, dass auch das Schwimmbad in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zumindest wird sich der neue Anstrich wohl erledigt haben. Der Sportpark brannte in voller Ausdehnung. Nach 30 Minuten stürzte dann das Dach der Halle ein. Rund 120 Kameraden der Wehren Burg (mit Drehleiter), Bisdorf-Hinrichsdorf, Bannesdorf, Meeschendorf und Puttgarden-Todendorf konnten daran nichts ändern, ebenso wenig die Heiligenhafener Kameraden, die mit ihrer Drehleiter zur Verstärkung vom Festland angerückt waren. Der Erkundungstrupp aus Bisdorf hatte vor Ort Messungen durchgeführt, da auch Kunststoffteile verbrannten. Die fielen negativ aus, so Kreisbrandmeister Thomsen. Trotzdem seien die Bewohner des benachbarten IFA-Ferien-Centrums über den Brand in Kenntnis gesetzt und aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
Weit über den Redaktionsschluss hinaus dauerten die Löscharbeiten an. Auf eine lange Nacht mit Nachlöscharbeiten hatten sich die Kameraden einzustellen. Bis zum frühen Morgen, vermutete Ralf Thomsen gestern Abend, würden die Arbeiten noch in Anspruch nehmen.
Die Brandursache ist noch unbekannt, der Brandort wurde beschlagnahmt. Eingehende Untersuchungen der Brandstelle sind aufgrund der starken Hitzeentwicklung vor Mittwoch nicht möglich. Weder eine technische Ursache noch vorsätzliche Brandstiftung können derzeit ausgeschlossen werden, so die Polizei. Der Sachschaden betrage mehr als eine Million Euro.
In diesem Zusammenhang fragt die Kriminalpolizeiaußenstelle Oldenburg: Wer hat gegen 17 Uhr bis gegen 17.30 Uhr in der Nähe des Brandortes Personen oder wegfahrende Fahrzeuge beobachtet ? Sachdienliche Hinweise nehmen die Ermittler unter 04361/10550 oder über den kostenlosen Polizeinotruf 110 entgegen.
