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Touristikleiterin Agnetha Gläß verlässt Heiligenhafen und geht als Projektmanagerin „Service-Qualität“ zur Tourismus-Marketing Niedersachsen.  Foto: Foth

Gläß geht – Doppelspitze gesprengt

Touristik-Expertin geht nach Hannover

HEILIGENHAFEN (ft/hö)  • Als studierte Betriebswirtin, Schwerpunkt Tourismus, war Agnetha Gläß zum 1. April 2008 als Hoffnungsträgerin zum Tourismus-Service Heiligenhafen gekommen. Nach nur sieben Monaten verlässt die Touristikfachfrau die Warderstadt wieder und wechselt zum Tourismus-Marketing Niedersachsen, wo sie als Projektmanagerin „Service-Qualität“ tätig sein wird.

Heiligenhafen habe ihre Erwartungen nicht erfüllt. In der neuen Position sehe sie ein besseres Betätigungsfeld, sagte die Touristikleiterin. Ihre Entscheidung sei aber auch von der Tatschache beeinflusst, dass hier „einige Leute“ über den Tourismus-Service urteilten, ohne mit der Materie richtig vertraut zu sein, redet Agnetha Gläß Klartext.
Sie sprach hingegen von einer guten Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Oliver Behncke, mit dem sie als eine Art Doppelspitze in den letzten Monaten den Tourismus-Service in Heiligenhafen führte. Behncke, der weiterhin Touristikleiter bleibt, wünschte sie für die Zukunft viel Erfolg.
Wie die HP aus gut informierten Quellen erfahren hat, gab es im Aufsichtsrat der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) offensichtlich eine heftige Diskussion über den Rückgang der Gästezahlen, wobei Vertreter der Politik schwere Geschütze aufgefahren haben sollen.
Dabei hatte der Tourismus-Service für das erste Halbjahr noch positive Zahlen vermeldet. Im Vergleich zum Vorjahr hatte die Warderstadt demnach in den ersten sechs Monaten noch 3,74 Prozent mehr Gäste registriert (HP, 27. August 2008). Folglich kann über einen nicht unerheblichen Einbruch in der Hauptsaison spekuliert werden.
Zu aktuellen Gästezahlen von Juli und August konnte der Tourismus-Service gestern noch keine konkrete Aussage treffen, da die Erfassung der Meldescheine noch nicht abgeschlossen sei.
Kämmerer Hartmut Kahl hatte in den letztwöchigen Sitzungen des Hafen- sowie Finanzausschusses von einem derzeitigen Minus bei der Kurabgabe von rund 180 000 Euro berichtet. Für das laufende Jahr angesetzt sind im Haushalt 970 000 Euro. Kahl hatte jedoch darauf hingewiesen, dass der ursprüngliche Ansatz noch erreicht werden könne, da die Kurabgabe in diesem Jahr erstmals ganzjährig erhoben werde.
Auf unsere Nachfrage nach den Gästezahlen machte Bürgermeister Heiko Müller deutlich, dass auch in anderen Bädergemeinden der Trend nach unten gehe. Gleichzeitig wies Müller darauf hin, dass alle touristischen Leistungsträger aufgefordert sind, ihre Angebote und Darstellungen den neuesten Qualitätsansprüchen anzupassen.
Eine bessere Zusammenarbeit aller Leistungsträger inklusive Vermieter würde Heiligenhafen und die dringend notwendige positive Tourismusentwicklung weiterbringen, forderte Müller. Seitens der Stadt sei man bemüht, die neuen Projekte zügig weiterzuentwickeln. Es gehe jetzt darum, das entsprechende Angebot anzupassen.

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