TOURISMUS
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- Können die Zahlen des Statistischen Landesamtes Schleswig-Holstein stimmen? Auch in der Nachsaison genießen noch viele Gäste ihren Urlaub in der Warderstadt.
Horrorzahlen für die Warderstadt
Statistisches Landesamt: Minus 38 Prozent bei Übernachtungen / Behncke: Zahlen stimmen nicht
HEILIGENHAFEN (st/wi) • Horrorzahlen hat kürzlich das statistische Landesamt Schleswig-Holstein veröffentlicht. Nach Erhebung der Behörde hat es in der Warderstadt im August einen erdrutschartigen Absturz bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat gegeben – für jedermann nachlesbar unter www.statistik-nord.de/fileadmin/download/Tourismus_SH.pdf. Laut Statistik sanken die Übernachtungszahlen um 38 Prozent (gilt für Beherbungsstätten mit neun und mehr Betten). Kann diese Zahl stimmen ? Der Tourismus-Service Heiligenhafen hatte doch für das erste Halbjahr gar eine Steigerung von 3,7 Prozent (insgesamt) vermelden können.
Touristikleiter Oliver Behncke hat eine Erklärung: „In Heiligenhafen gehören nur etwa 15 Prozent der Beherbungsbetriebe zu den meldepflichtigen Betrieben mit über neun Betten. Das entspricht einem Anteil an den gesamten Übernachtungen von 20 bis 25 Prozent. Wenn hier nur zwei Betriebe ihren Meldeschein zu spät abgegeben haben, kommt es zu einer enormen Verzerrung.“ Die 38 Prozent entsprechen also nicht der Realität, wenn es doch wahrscheinlich sehr wohl einen Rückgang bei den Übernachtungszahlen gegeben hat.
Denn an der ganzen Ostseeküste entlang der Lübecker Bucht gab es im August in den Heilbädern rückläufige Übernachtungszahlen: In Scharbeutz minus 2,4 Prozent, in Großenbrode -3,7 Prozent, auf Fehmarn -6,4 Prozent, in Kellenhusen -4,4 Prozent, in Grömitz -5,6 Prozent, in Timmendorfer Strand -6,4 Prozent.Auch im Gesamtzeitraum Januar bis August konnte keines dieser Bäder eine steigende Übernachtungszahl erzielen. Lediglich Kellenhusen vermeldet Konstanz: Plusminus 0,0 Prozent.
Der gesamte Kreis Ostholstein verzeichnete im August ein Minus bei den Gästezahlen von 2,9 Prozent und bei den Übernachtungen von 6,7 Prozent. Von Januar bis August gab es ein Minus von 1,4 Prozent bei den Gästen und 2,2 Prozent bei den Übernachtungen.Ostholstein zählte in diesem Zeitraum fast vier Millionen Übernachtungen (fast die Hälfte davon in den großen touristischen Hochburgen Fehmarn, Grömitz und Timmendorfer Strand).
Während die Verweildauer der Gäste an der Lübecker Bucht leicht zunahm, gab es an der Hohwachter Bucht Plön kurioserweise einen anderen Trend. Dort, im Kreis Plön, gab es vor allem in Schönberg und Hohwacht trotz steigender Gästezahlen rückläufige Übernachtungszahlen. Besonders deutlich wird das in Hohwacht. Dort kamen im August neun Prozent mehr Gästeankünfte, aber es gab dennoch sieben Prozent weniger Übernachtungen. Während ein Urlauber auf Fehmarn gern wieder länger bleibt (7,5 Tage), reist er in Hohwacht durchschnittlich schon nach 5,1 Tagen wieder ab.
Zur allgemeinen Großwetterlage: Leicht ungemütlich, zuweilen stürmisch an der Ostsee, überwiegend heiter an der Nordsee. An der Nordsee ist Nordfriesland mit Sylt und St. Peter Ording der fremdenverkehrsintensivste Kreis, der in den ersten acht Monaten des Jahres sogar über fünf Millionen Übernachtungen zählte. Nordfriesland konnte sich im August noch einmal leicht steigern, so verzeichnet diese Urlaubsregion im Zeitraum Januar bis August ein Plus von 3,3 Prozent bei den Gästen und 2,4 Prozent bei den Übernachtungen.
In diesem Zeitraum erzielt St. Peter Ording das Traumergebnis für jeden Marketingchef: 860000 Übernachtungen entsprechen einem Plus von 14,2 Prozent bei den Gäste und 8,4 Prozent bei den Übernachtungen.Schleswig-Holstein insgesamt meldet im August 0,2 Prozent weniger Gäste und 2,0 Prozent weniger Übernachtungen. Insgesamt reicht es im Zeitraum von Januar bis August aber noch zu leichten Pluszahlen: 1,9 Prozent mehr Gäste und genau ein Prozent mehr Übernachtungen.
