Lokales
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- Axel Lietzow (l.) und Thomas Boldt im Laderaum der „Bleibtreu“. Der Fang geht direkt auf den Lkw, der die frische Ware zur Auktion nach Holland transportiert.
Weniger Quote für Ostsee-Fischer
Minus 15 Prozent beim Dorsch in der westlichen Ostsee / Heringsfischer sind besonders betroffen
HEILIGENHAFEN • Mit rund 30 Tonnen Fisch (Dorsch, Scholle, Wittling, Flunder) kam am Dienstag Bernd Gnewuch, Kapitän der MS „Bleibtreu“, aus den Fanggründen bei Arkona (Rügen) nach Hause in den Heimathafen von Heiligenhafen. „Ein guter Fang“, war der Fischer durchaus zufrieden mit dem, was ihm und seiner noch aus Thomas Boldt, Karl und Axel Lietzow bestehenden Mannschaft in nur vier Tagen in die Netze gegangen war. Trotz des diesmal guten Fanges hielt sich die Freude aber in Grenzen, denn wieder einmal wurden die Fangquoten gesenkt.
Am Montag beschlossen die EU-Fischereiminister für die westliche Ostsee eine Senkung der Dorschquote um 15 Prozent, beim Hering gar um 39 Prozent. Scholle und Lachs schlagen mit einer Quotenabsenkung von fünf Prozent, Sprotten von zwölf Prozent zu Buche. Allerdings setzte die Ministerrunde die Quote für den Dorsch in der östlichen Ostsee (östl. Bornholm) um 15 Prozent herauf, da sich dort die Bestände dank des geltenden Mehrjahresplans erholt hätten. Für Ulrich Elsner, Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft Heiligenhafen-Neustadt (FVG), der 47 Betriebe angeschlossen sind, ist die erneute Quotensenkung ein weiterer Tiefschlag für die Fischer, wenngleich er sagt, dass Mecklenburg-Vorpommern von der drastischen Fangmengenbeschränkung beim Hering weitaus stärker betroffen sei als Schleswig-Holstein. Gleichwohl würde gerade die Quotensenkung beim Hering zwei seiner Betriebe hart treffen.Mit der Änderung der Dorschquote habe man rechnen können. Die Zahlen standen bereits einige Zeit im Raum. So sieht Elsner den 2007 verabschiedeten Mehrjahresplan zur Bewirtschaftung der Dorschbestände durchaus positiv. Ähnlich müsste seiner Meinung auch beim Hering verfahren werden, um eine nachhaltige Bewirtschaftung zu ermöglichen.Der FVG-Geschäftsführer wies gegenüber der Presse aber darauf hin, dass die derzeitigen Probleme beim Hering gerade nicht durch eine Überfischung hervorgerufen worden seien. Eine plausible Erklärung hat auch die Wissenschaft noch nicht. So gibt es nach Angaben des Instituts für Ostseefischerei in Rostock seit fünf Jahren jährlich 30 bis 50 Prozent weniger Nachwuchs als im Vorjahr.Trotz des alljährlichen „Quoten-Monopolys“ der EU-Fischereiminister wird es für Bernd Gnewuch nach ein paar Tagen Ruhe wieder hinausgehen auf See. Voraussichtlich am Sonntag will er mit der „Bleibtreu“ zum nächsten Fang auslaufen. Die östliche Ostsee ist aber zu, dort ist die Quote laut Ulrich Elsner bereits ausgefischt, in der westlichen Ostsee gibt es noch Quote, doch auch hier sei sie zwei Monate vor Jahresschluss „fast am Ende“.
